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Winterdienst in der Marktgemeinde Plößberg

Der Winterdienst auf den öffentlichen Straßen ist jedes Jahr ein breit diskutiertes Thema. Aus diesem Grund möchten wir ein paar grundsätzliche Aussagen zum Winterdienst treffen.

Wichtigste Aussage ist: Es gibt nur für Autobahnen und Bundesstraßen eine Räum- und Streupflicht. Auf allen übrigen Straßen besteht nur dann eine Räum- und Streupflicht wenn diese Straße verkehrsbedeutsam und besonders gefährlich ist.

Das bedeutet, es gibt keinen Anspruch von Bürgern oder Autofahrern, dass normale Straßen in und außerhalb von Orten oder Siedlungen geräumt und gestreut werden. Das Gesetz hält es für zumutbar, dass die Autofahrer Schneeketten anlegen um sich im öffentlichen Straßennetz bewegen zu können. Die Ansprüche welche manchmal an die Marktgemeinde Plößberg heran getragen werden, wären unmöglich zu finanzieren.

Von dieser Gesetzeslage zu unterscheiden ist die Räum- und Streupflicht auf Gehwegen. Diese müssen von den jeweiligen Grundstücksbesitzern vorgenommen werden. Wenn kein Gehweg vorhanden ist, muss ein entsprechender Streifen auf der Fahrbahn geräumt und gestreut werden. Hier besteht die Verpflichtung, aber halt für die Grundstückseigentümer und nicht für die Marktgemeinde Plößberg.

Allgemeines zur Organistation des Winterdienstes:

Unser Gemeindegebiet durchlaufen 5 verschiedene Straßentypen:

Straßentyp

z.B. bei

zuständig für Winterdienst

Bundesstraßen

Schönficht

Straßenbauamt Tirschenreuth

Staatsstraßen

Schönficht-Wildenau-Plößberg-Bärnau

Straßenbauamt Tirschenreuth

Kreisstraßen

Plößberg-Pilmersreuth

Landkreis Tirschenreuth

Gemeindeverbindungsstraßen

Marktgemeinde Plößberg

Feld- und Waldwege

werden nicht geräumt oder gestreut

 

In der Marktgemeinde Plößberg gibt es 84 Kilometer Gemeindeverbindungsstraßen. Nachdem wir weder über das Personal noch über die Geräte verfügen um alle Straßen gleichzeitig zu räumen oder zu streuen, sind diese 84 Kilometer Gemeindeverbindungsstraßen in 4 Prioritäten eingeteilt.

In Priorität "1" sind die Straßen, auf welchen ein wesentlicher, übergeordneter Verkehr statt findet und über welche die Strecken unserer Buslinien laufen.

Je nach Verkehrsbelastung und Streckenprofil sind die weiteren Straßen den jeweiligen Prioritäten zugeteilt. Straßen in Siedlungen oder Ortschaften welche nicht dem überörtlichen Verkehr dienen, sind in der Regel in Priorität 3 oder 4.

Sofern nur Streudienst geleistet werden muss, ist eine zeitgerechete Streuung aller erforderlichen Straßenabschnitte kein Problem.

Wenn aber nach einem Schneefall geräumt werden muss, dann dauert es ca. 12 Stunden bis das gesamte Gemeindegebiet geräumt ist. Das bedeutet, dass unser Bauhof morgens um 3:00 Uhr mit dem Räumen beginnt und nachmittags kommen die Räumfahrzeuge zu den letzten Straßen. Dann erst sind alle gemeindlichen Straßen 1x geräumt. Wenn es während dieser Zeit wieder zu schneien beginnt, dann werden nur noch die Straßen der Priorität "1" geräumt, vor allem um einen sicheren Busverkehr zu gewährleisten. Während dieser Schneefallzeiten müssen wir unseren Bürgern auch zumuten, dass sie evtl. nicht auf dem gewohnten oder kürzesten Weg fahren können, wenn sie z.B. an einer Steigung wohnen. Es bedeutet aber auch, dass es sich aus organisatorischen Gründen nicht vermeiden lässt, dass trotz starker Schneefälle der Winterdienst erst wieder einen Tag später kommt, weil unsere Fahrer auch Ruhezeiten einhalten müssen.

Eine größere Räumleistung ist mit dem vorhandenen Personal und den vorhandenen Geräten jedenfalls nicht möglich. Die finanziellen Mittel für eine Erweiterung des gemeindlichen Fuhrparks stehen nicht zur Verfügung und sollen für die paar Tage, an denen es wirklich viel Schnee gibt, auch nicht ausgegeben werden. Ein komplettes Winterdienstgespann kostet ca. 180.000 €. Dann würden noch die Personalkosten hinzu kommen. Dieses Geld kann angesichts der sehr knappen finanziellen Möglichkeiten der Gemeinden nicht ausgegeben werden, weil es gar nicht vorhanden ist.

Unsere Bürger müssen sich daher an den wenigen Tagen mit starken Schneefällen leider auch weiterhin mit den Gegebenheiten abfinden. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis.